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LAUTERBACH (cl). Bewegung hält fit und macht Spaß – auch Menschen mit Behinderung. Beim VfL Lauterbach haben sie bereits in zwei Abteilungen – Rollstuhlrugby und Tischtennis – die Möglichkeit, Sport zu treiben. Damit Menschen mit Handicap auch das Sportlerheim gut nutzen können, soll es behindertengerecht umgebaut werden. Das Land Hessen fördert diese Maßnahme mit 50 000 Euro. Hermann Klaus vom hessischen Ministerium des Inneren und für Sport überreichte demVerein jetzt den Bewilligungsbescheid. Mit der Übergabe ist der Startschuss für dieses besondere Pilotprojekt gefallen.
Der Umbau ist ein weiterer Meilenstein für unseren VfL. Wir werden in den nächsten Monaten starten, unser Sportlerheim behindertengerecht auszubauen und rundum noch schöner und attraktiver zu machen. Wir erwarten die Mithilfe von vielen Mitglieder an diesem tollen Projekt
Dirk Lünzer, 1. Vorsitzender VfL Lauterbach
Trotz des vorübergehenden starken Schneeschauers waren die Vertreter des Landes, der Stadt Lauterbach, des Sports sowie aktive Behindertensportler pünktlich im Vereinsheim erschienen. Einer der Gründe dafür war auch, dass allen das Projekt sehr am Herzen lag.
Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller freute sich über den Besuch von Klaus, der als stellvertretender Abteilungsleiter Sport und Referatsleiter für die Entwicklung, Bau und Förderung von Sportstätten sowie Sportförderung in besonderen Fällen zuständig ist. Den VfL lobte Vollmöller dafür, dass er "erfolgreich umsetzt, Behinderte im Sport zu integrieren". Schon als die Rollstuhl-Sportgruppe des Vereins Initiative des Monats geworden sei, habe sich angedeutet, dass das Pilotprojekt gestartet würde.
Auch der Sportkreisvorsitzende Werner Eifert (Lautertal) und der Vorsitzende des VfL Lauterbach, Dirk Lünzer, freuten sich über die gute Nachricht aus Wiesbaden. "Wir waren ganz begeistert, als vor 18 Monaten Menschen mit Behinderung aus Lauterbach auf uns zugekommen sind und gefragt haben, ob sie im Sport etwas tun könnten", beleuchtete Dirk Lünzer die Hintergründe. Mittlerweile nähmen nicht nur Sportler mit Handicap aus der Region, sondern auch solche, die einen wesentlich weiteren Anfahrtsweg haben, das sportliche Angebot wahr. Seit Beginn des Jahres 2011 gebe es nun schon die vierte Abteilung „Rollstuhlrugby“. Doch schon bei der Jahreshauptversammlung hätten sie festgestellt, so der Vereins-Vorsitzende, dass es schwierig sei, Rollstuhlfahrer im Sportlerheim unterzubringen und mit einer Toilette zu versorgen.
"Wir fördern gerne", betonte Hermann Klaus bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids und lobte die ehrenamtlich Engagierten. "Danke, dass Sie die Arbeit auf sich genommen haben." Dies sei ein Sonderfall, der Würdigung verdiene. Es sei selbstverständlich, dass behinderte Menschen integriert seien, sich auch im Sport wiederfänden und eine angemessene Heimstätte dafür hätten. "Sie sind Glied unserer Gesellschaft und gleichgestellt mit allen Menschen", unterstrich Klaus.
Im Anschluss erläuterte Bauplaner und Abteilungsleiter Tischtennis, Manfred Kuhlmann, die Einzelheiten des Umbaus. So sollen die Eingangssituation zum Sportlerheim barrierefrei gestaltet sowie ein behindertengerechtes WC und Duschräume geschaffen werden. Zudem ist im Außenbereich des Sportlerheims die Schaffung weiterer Sportmöglichkeiten geplant.
Insgesamt sind für den Umbau des Sportlerheims im Steinigsgrund und für die Einrichtung einer Tischtennisanlage und barrierefreiem Schach im Freien 120 000 Euro veranschlagt. „Diese kann weder der Verein noch die Stadt allein stemmen. Deshalb sind wir auf Partner angewiesen und fündig geworden”, sagte Vollmöller.
Neben dem Geld vom Land Hessen und der Stadt Lauterbach erwartet der VfL auch einen Zuschuss vom Landessportbund. Zudem erledigt der Verein einige Arbeiten in Eigenleistung. Noch nicht mit im "Finanzierungs-Boot" ist der Vogelsbergkreis. "Es gibt noch eine Finanzierungslücke, aber wir sind dran, die zu schließen", versprach Dirk Lünzer.
[Quelle: Lauterbacher Anzeiger, Foto: Heil] |